System Leadership 2030

Wir sprechen von der 4. industriellen Revolution. Ihr Kennzeichen ist die Vernetzung intelligenter, cyberphysikalischer Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus. Reale und digitale Unternehmenswelt verschmelzen. Die Informationstechnik wird wichtigster Innovationstreiber.

Unsere Industrie ist darauf nicht vorbereitet. Organisation, Prozesse, Management – alles ist ausgerichtet auf Produkte mit nur geringem Softwareanteil.

Arbeitsteilung und Spezialisierung haben einen Höhepunkt erreicht. Aber sie helfen nicht bei der Zusammenarbeit der Fachbereiche, bei der Integration der gesamten Wertschöpfungskette. Nicht einmal eine gemeinsame Terminologie haben wir zur Kommunikation – etwa zwischen Mechanik-Ingenieuren und Software-Entwicklern.

Das Fließband ging nicht evolutionär aus früheren Strukturen hervor. Es bedurfte des Unternehmenslenkers Henry Ford. Für Industrie 4.0 bedarf es ebenfalls mutiger Weichensteller. Der Industriegipfel Feldafing führt sie zusammen.

Damit der Standort Zentraleuropa in der Weltwirtschaft auch 2030 eine zentrale Rolle spielt.

Dazu müssen die heutigen Unternehmenslenker ganzheitliche Strategien entwickeln. Eine einfache Verbesserung einzelner Teile des Unternehmens reicht nicht mehr aus. Die Entwicklung braucht den Ansatz des Systems Engineerings; die Fertigung direkten Zugang zu den Produktdaten; der Service frühzeitig Input etwa für digitale Trainingsunterlagen; der Kunde die Möglichkeit zur individuellen Konfiguration. Um Beispiele zu nennen.

Entscheidend sind der strategische Einsatz von Embedded Software in den eigenen Produkten und in den Produktionssystemen und die strategische Integration von virtueller Produktentwicklung und digitaler Fabrik. Damit die Produktion am Standort Zentraleuropa eine reale Zukunft hat.